Impressum

 
Li sagt „Leissdolf“ im Landgraf: Kölsches Brauhaus ist
der Renner in der Olympiastadt
 
Kellnerin Li lacht über das ganze Gesicht. Sie lacht, weil ich lache. Und ich lache, weil Li das tut, was man von den Chinesen ganz allgemein sprachlich erwartet. Li kann kein „R“ und auch kein „Ö“ sprechen und deshalb wird bei ihr ganz charmant aus REISSDORF KÖLSCH „Leissdolf Kolsch“, die Stange für 20 Yuan (umgerechnet gut 2,30 Euro).

Wir sind in Peking, Chinas Hauptstadt und Gastgeber der Olympischen Spiele 2008. Der Taxifahrer hat uns mit einigen sprachlichen Mühen – Englisch spricht hier kaum einer - in die südliche City gefahren. Mittendrin in der 14-Millionen-Menschen-Metropole erfreut – kaum zu glauben, aber wahr – ein kölsches Brauhaus-Restaurant Einheimische wie deutsche Touristen und Geschäftsleute gleichermaßen. Willkommen im Landgraf! Willkommen bei REISSDORF in China!

Fritz Jäckel, umtriebiger Kölner und Wirtschaftsbotschafter für die Stadt Köln in Peking, hatte die Idee: „Du machst hier in Chinas Norden eine deutsche Kneipe auf.“ Private Kontakte hatten den Geschäftsmann, der
in seinem Hauptberuf Gaststätten einrichtet, vor zehn Jahren ins Reich der Mitte geführt, u.a. hat seine Tochter hier studiert. 1998 ging’s los, der Tresen wurde aus Köln eingeflogen, und auch die gesamte Inneneinrichtung des Landgrafen ist komplett made in Germany, „mit Ausnahme der Stühle“, erzählt Jäckel, „die habe ich vor Ort machen lassen.“

Die Gastraum mit mehreren Nebensälen ist groß und einladend, viel Holz und nette kölsche Dekorationen verleihen der deutschen Kneipe Nr.1 in Peking eine warme, gemütliche Atmosphäre. Das Personal ist freundlich und bemüht, auf der Speisekarte stehen Brauhaus-Klassiker wie Haxen, Schnitzel, Frkadellen, Steaks. Der chinesische Koch des Landgrafen ist der fußballbegeisterten Damenwelt in Deutschland übrigens bestens bekannt – er bekochte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft während der WM 2007. Und er muss das sehr gut gemacht haben – die deutschen Frauen verteidigten schließlich ihren Titel als Weltmeisterinnen im Endspiel in Shanghai gegen Brasilien.

Bei Fritz Jäckel im Landgraf trifft sich regelmäßig das „deutsche Peking“: Die Botschaftsleute, die Geschäftswelt, Gäste aus Köln wie OB Fritz Schramma oder andere Lokal-Größen. Und während der Pekinger Olympiatage gab sich auch die sportliche Prominenz beim Landgraf buchstäblich die Klinke in die Hand: Britta Heidemann, die Fecht-Olympiasiegerin war da, die mit Bronze dekorierten Fußballdamen, die Gold-Jungs der Hockey-Nationalmannschaft und, und, und... Ihnen allen schmeckte ein leckeres REISSDORF KÖLSCH und kölsche Lebensart fernab der Heimat.

China und Peking sind immer eine Reise wert. Der Landgraf auch. Wie findet man hin? Zu Fuß etwa vom Platz des Himmlischen Friedens geht’s gar nicht – zu weit. Und die offzielle Adresse „Pu Fang Lu A2, Fang Zhuang Lu“ ist auch nicht gerade so bekannt wie die Hohe Straße. Zur Groborientierung auf dem Stadtplan hilft die Angabe: zwischen der 2. und 3. Südlichen Ringstraße unweit des Himmelstempels. Tipp: Die Landgraf-Adresse im Hotel von der Rezeption auf Chinesisch aufschreiben lassen – dann klappt’s auch mit dem Taxifahrer...