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Uli ist der Kölsch-König von Mallorca
 
Er selbst trinkt selten Alkohol, höchstens, sagt er, „so zwölf Kölsch im Jahr“. Dafür kippt er sich jeden Tag mindestens einen Liter Eiswasser hinter die Binde. „Diese Disziplin muss sein, sonst hältst Du den Job hier nicht lange durch“, meint er und schwingt sich hinters mächtige Lenkrad seines pinkfarbenen Cadillac-Oldtimers, den er nur fährt, „wenn de Sonn schön schingk“. Die freilich scheint häufig über der Playa de Palma, wo Uli Rohkst der ungekrönte Kölsch-König von Mallorca ist. Wer ihn in seinem „Et Dömsche“ besucht, versteht schnell warum. Hola am Ballermann!

Immer ein flotter Spruch auf den Lippen
Flinke, freundliche und aufmerksame Servicefrauen, die immer einen flotten Spruch auf den Lippen haben. Auch ihre Zapfkolleginnen hinter dem Tresen sind mehrheitlich weiblich – Uli kann gut mit den Frauen … Im bierigen Ausschank ist Reissdorf Kölsch klar die Nummer 1, ein deutsches Pils und ein spanisches Lager (auch alle vom Fass) sind keine wirkliche Konkurrenz. Das überaus beliebte Kölsch des Marktführers kommt in größeren Mengen über den Großhändler ABSA Sl in Llucmajor drei- bis viermal pro Jahr aus Köln mit Lkw und Schiff über Barcelona nach Palma
Et Dömsche ist mittlerweile der zentrale Anlaufpunkt in der legendären Bierstraße nahe am Ballermann 7 der Playa de Palma in Arenal. Offizielle Adresse: Calle Miguel Pellisa 3. Diese Straße kennt kein Taxifahrer, auch das Navi hat Probleme. Die Bierstraße aber, die auf Spanisch dummerweise nicht „Calle Cerveza“ heißt, kennt jeder auf Partymeile am langen Strand von ­Palma.
Im Dömsche auf der großen Terrasse, die sich zur Not auch leicht überdachen lässt, haben gut 200 Leute Platz. Nach drinnen geht man nur, wenn man mal muss oder Kicker spielen will. Hier ist Party all day long, nur montags müssen selbst die ausdauerndsten Feierfreude mal ausschlafen – oder abreisen.
Die Musikbeschallung (deutsche und kölsche Schlager) erfolgt zentral, jeden Abend um 23 Uhr gehen die Lichter aus und die Wunderkerzen an: Es ist Zeit für Sierra Madre – und alle grölen mit. Übrigens: Die Bier- hat nichts mit der nahen Schinkenstraße zu tun, die so gerne auf Massenbetrieb, Leistungssaufen und All-inclusive-Partys setzt. Für Uli ein No-Go: „Bei uns ist’s gemütlicher und echt, nicht aufgesetzt fröhlich.“ Stimmt – man kann sich sogar im dicksten Trubel noch unterhalten. Und mitsingen, etwa bei der Dömsche-Hymne, in der in gelebter kölscher Bescheidenheit von der „schönsten Kneip’ der Welt“ geträllert wird …

Im Dömsche ist Reissdorf die bierige Nr. 1
Sei’s drum: Mit „et Dömsche“ ist für den Mitsechziger Uli Rohkst die Erfüllung eines Jugendtraumes wahr geworden. Er, der Bonner, hat viel gemacht und ausprobiert in seinem Leben – irgendwann landete er auf „Malle“, wenn man so will: in Kölns südlichstem Veedel. Er wollte eine Kneipe haben, in die er auch gehen würde, wenn es nicht seine eigene wäre. Wo der rheinische Frohsinn zu Hause ist und wo Kölsch gesprochen, gesungen, geschunkelt und – natürlich – getrunken wird. Im kleinen Dom auf der spanischen Partyinsel gehören all diese kölschen Eigenschaften zum Inventar.
„Ich habe die beste Kölsch-Kneipe in ganz Spanien“, lässt uns Uli wissen, für den ein gesundes Selbstbewusstsein zur Persönlichkeit gehört. Uli hat auf jeden Pott nen Deckel. Seine Philosophie: die beste Kölsch-Kneipe braucht das beste Kölsch. Also kämpfte er hartnäckig um Reissdorf – und hatte am Ende Erfolg. Seine Gäste und Kunden danken es ihm – das Kölsch in den Fässern aus Köln-Rodenkirchen ist gut gekühlt und perfekt gezapft täglich und ohne Pause am Hahn … An der Playa hat er Reissdorf exklusiv.

Wenn de Sonn schön schingk
„Kölsche Geschmack“ in Light-Version auch beim Essen: Frikadellen und Mettbrötchen erinnern an die Heimat, ne halve Hahn ist nicht drin, weil der holländische Gouda auf der Baleareninsel nicht in bester Qualität zu bekommen ist. Dafür sind SchniPo in verschiedenen leckeren Variationen angesagt, ebenso Hamburger. Mein Tipp: unbedingt den Chefburger probieren!
Seiteneinsteiger Uli Rohkst, der gut und gerne geschäftstüchtig ist („Wat hann isch davun?“), hat sein Glück gefunden auf der Baleareninsel, die man vom Airport in der Wahner Heide in zwei Stunden erreicht. Dabei war sich der „Kölsch-Spanier“ („Ich spreche noch zu wenig, verstehe aber ganz gut“) am Anfang nicht sicher, ob das was wird mit dem Dömsche auf Mallorca.
„Na dann hätte ich viel Geld verloren und mich den Rest meines Lebens faul am Strand gelümmelt oder Golf gespielt. Ich wäre verkümmert“, blickt er zurück und lacht: „Ich habe seit vier Jahren weder Golf gespielt noch war ich am Strand. Ich mache weiter, solange es den Gästen und mir Spaß macht“ – und die Sonn schön schingk über alle Ballermänner an der Playa de Palma.
Wer will, kann im Dömsche auch übernachten. Nein, nicht in der Kneipe, sondern im „Hostal et Dömsche“ in der Nähe von Ballermann 3. Die saubere Unterkunft bietet 26 Zimmer mit einfachem Komfort zum fairen Preis und ist eine willkommene Alternative zu den überteuerten Rummel-Hotels rund um die Schinkenstraße. (ARi)

www.doemsche.com www.as-hostal.doemsche.eu





Susi und Henni, ...

Jasmin und Petra, ...

Maria und Katrin ...

sowie Lena und Marie-Christin (jeweils v.li.) sind immer schnell mit einem frischen Reissdorf-Kölsch am Mann (oder der Frau).

Die Küche ist eher deftig, aber immer lecker.


Das Hostal liegt rund 800 Meter von der Kneipe entfernt im etwas ruhigerem Teil des Ballermanns.