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Zwei Männer, ein Bier und keine Kompromisse:
Im CiP in München fließt REISSDORF KÖLSCH
 
In München, der selbsternannten Welt-Bier-Hauptstadt, trinkt man ein Helles. Oder auch zwei. Oder ein Weißbier oder auch zwei. Nur in einer kleinen Ecke im Schwabinger Westen hält sich hartnäckig eine rheinische Bier-Enklave. Im CiP fließt Kölsch – süffiges REISSDORF KÖLSCH. Und nicht nur Rheinländer, die es irgendwie irgendwann auf Zeit oder für ewig nach Bavaria verschlagen hat, genießen mit Freude die kölsche Spezialität in der Fremde. CiP steht für eine Kneipe der besonderen Art: „Coellner im Paragraph“ heißt das Kürzel ausgeschrieben – ein Name, der nicht unbedingt Ohrwurm-Qualität hat. Aber er hat seine Berechtigung – und das liegt (auch) an den Nachbarn. Vorne heraus das Arbeitsgericht, im Rücken das Finanzamt – Paragraph, was willst du mehr... Das CiP ist die bekannteste und größte von etwa zehn Kneipen in München, die REISSDORF KÖLSCH ausschenken.

Zwei Männer sind es, die ruut und wies, die die kölsche Fahne im weiß-blauen Umfeld hoch halten: Joachim Pohl und Richard Merheim. Bonner der eine, Kölner der andere. Ex-Banker der eine, Koch der andere. Sie suchten und sie fanden sich fern der Heimat. Im Oktober 2004 brachten sie mit dem CiP die fröhliche rheinische Lebensart auch in Schwabing unter. „Wir sind zufrieden und freuen uns auf das 5jähigre im Herbst“, sagen sie.

Vor allem im Karneval, der sich in Bayern bekanntlich Fasching schimpft, mischen die beiden NRW-Frohnaturen die staunende Bayern-Welt auf – und die findet das klasse. In der Münchner Freiheizhalle ließen die CiPler sechs Tage lang die Party-Puppen tanzen. Die Abendzeitung widmete dem Karnenal à la CiP eine ganze Seite und das TV übertrug teilweise live.

Kölsch und karnevalistisch kommt die Kneipe auch von der Deko daher: Orden, Fotos, Ehrenzeichen. Es läuft nur kölsche Musik und die kölschen Lieben fallen direkt ins Auge – die zum FC etwa. Trophäenhaft pappt an der Stirnwand ein Schal mit dem so netten Spruch: „Lasst uns feiern die Pleiten der Bayern“ – vor und nach dem sensationellen 2:1 Sieg der Kölner in München war im CiP die Hölle los.

Auch alle Promis waren schon da – von BAP, Brings und den Höhnern bis Bernd Stelter. Nur einer hat sich in seiner nicht wirklich erfolgreichen Münchner Zeit nie hier im Schwabinger Westen blicken lassen – Lukas (Prinz) Podolski. „Vielleicht kommt er ja jetzt beim nächsten Gastspiel des FC in der Allianz-Arena mal vorbei“, träumt Fan Richard Merheim.

Das Essen ist in der kölschen Kneipe jenseits des Weischwurscht-Äquators voll auf Brauhaus à la Kölle abgestimmt – vom halven Hahn bis zum Sauerbraten. Einen Mittagstisch gibt’s schon für 3,99 Euro inklusive AfG, ein REISSDORF KÖLSCH kostet extra.

Jede Woche dienstags kann der Coellner-Gast knusprige Reevkoche genießen wie überhaupt Außer-Haus-Veranstaltungen und kölsches Catering zunehmend gefragt sei, berichtet Pohl. NRW-Firmen und Unternehmen mit hohem Rheinland-Anteil bei den Mitarbeitern sind die bevorzugten Kunden.

Im CiP-Aktionskalender sind lukullische Termine ebenso vermerkt wie kulturelle Angebote. Da wird bei Spargel-, Matjes- Grünkohlwochen zu Tisch gebeten oder es gibt ne Kölner Kriminacht, die lange Nacht der Musik, ne Wies’n-Party und, und, und...

Bei der ein oder anderen Veranstaltung ist auch 80jährige Kölnerin, die in München im Heim lebt, als Stammgast dabei: Sie fährt mit dem Taxi vor, saugt und genießt 90 Minuten kölsche Lebensart und lässt sich ein Taxi zurück ins Heim rufen – „tschö bis bald!“, sagt sie zum Abschied.